Vortragsreihe

Ein Auszug aus der Lesung von Dr. Gabriele

Ziethen:

Die Operette „Die Rose von Stambul“ mit Texten von Julius Brammer und Alfred Grünwald zur Musik von Leo Fall wurde 1916 in Wien uraufgeführt. Das Thema handelt von Kondja Gül, Tochter des Kemal Pascha. Ahmed Pascha hält in traditioneller Weise um Kondja Güls Hand an, ohne daß sich beide begegnet sind. Die Braut kritisiert diese Tradition, denn sie steht mit dem von ihr bewunderten Dichter André Lery in Verbindung, mit dem sie Korrespondenz austauscht, ihm aber noch nicht persönlich begegnet ist, da er in der Schweiz lebt. Sie weiß jedoch nicht, daß Ahmed Pascha und André Lery ein und dieselbe Person sind, denn nur so kann Ahmed-André sein Interesse an der europäischen Welt leben. Kondja Gül, die

historisch zutreffend im privaten Bereich teils traditionelle, teils europäische Kleidung trägt, kritisiert das Tragen des Gesichtsschleiers und die Gepflogenheiten der Eheschließung. Sie willigt zwar in die arrangierte Ehe ein, stellt Ahmed Pascha jedoch Bedingungen, die sie der europäischen Etikette entlehnt. Ahmed nimmt das nicht ernst und so trennt sich Kondja Gül von ihrem Ehemann, um in der Schweiz nach André Lery zu suchen. Auch Ahmed reist enttäuscht in die Schweiz zurück. In einem Hotel in der Schweiz löst sich das Rätsel zum Guten auf.

Der Erlös des Abends kam einem Schulprojekt in Nepal zugute.